Sea Zero
Hurtigrutens Sea Zero-Projekt zeigt, dass ein emissionsfreies Schiff für die norwegische Küste möglich ist.

Das wegweisende Sea Zero-Projekt von Hurtigruten zeigt, dass es durch den Einsatz von Segeln, Batterien, gegenläufigen Propellern und einer Reihe weiterer Innovationen möglich ist, ein Schiff zu bauen, das unter normalen Bedingungen emissionsfrei betrieben werden kann.
Im Frühjahr 2026 wurde die Forschungs- und Entwicklungsphase des Projekts abgeschlossen. Das Fazit: Es ist möglich, ein Schiff zu entwerfen, das in der Lage ist, die Strecke zwischen Bergen und Kirkenes unter normalen Bedingungen emissionsfrei zu befahren, wobei Batterien die Hauptenergiequelle sind.
Unsere Vision

„Sea Zero zeigt, dass der emissionsfreie Betrieb größerer Passagierschiffe nicht länger nur eine Vision, sondern ein realistisches Ziel ist."
"Das im Projekt entwickelte Wissen und die Lösungen können zur Transformation der gesamten maritimen Industrie beitragen“
- Hedda Felin, CEO of Hurtigruten
Fortschritte in der Hybrid-Elektro-Technologie
Sea Zero ist ein von Hurtigruten und SINTEF gegründetes Konsortium, an dem mehrere führende Unternehmen und Organisationen aus Norwegens maritimer Branche beteiligt sind.
Das umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekt läuft seit 2022 und wird teilweise durch die Green Platform-Initiative der norwegischen Regierung finanziert.

Reduzierter Energiebedarf

Das Hauptziel des Projekts ist es, den Energieverbrauch des Schiffes zu halbieren. Der Abschlussbericht zeigt nun, dass der Energieverbrauch durch eine Reihe innovativer Lösungen an Bord um etwa 40–50 % gesenkt werden kann.
„Ich glaube nicht, dass es ein Schiff gibt, an dessen Analyse wir so umfassend beteiligt waren. Und die Ergebnisse zeigen eine dramatische Verbesserung der Energieeffizienz um etwa 44 Prozent. Wir waren tatsächlich überrascht, dass das Design in Modelltests noch besser abschnitt als zuvor geschätzt“,
- Trond Andreas Vikan Johnsen, Projektleiter, SINTEF Ocean.
Zwei große einziehbare Segel, gegenläufige Propeller, ein modernes Rumpfdesign, Luftschmierung, häufige Rumpfreinigung mittels Robotersystem sowie effizientere Heiz- und Belüftungssysteme tragen alle zur Senkung des Energiebedarfs bei.
Fortschrittliche Tests
In den vergangenen Jahren wurden in den Laboren von SINTEF in Trondheim fortschrittliche Tests durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Segel, die gegenläufigen Propeller und das Rumpfdesign den Energieverbrauch in der Praxis deutlich reduzieren.
Die Simulationen wurden sowohl digital als auch mit einem acht Meter langen Modell durchgeführt, das in Ozeanbecken und Schleppkanälen bei SINTEF Ocean getestet wurde. Zudem wurden die Leistung der Propeller und des Luftschmiersystems sorgfältig in einem Kavitationskanal untersucht.
Herausforderungen bleiben
Das Projekt sieht eine Batteriekapazität von 73 MWh als primäre Energiequelle des Schiffes vor. Das bedeutet, dass eine Ladeinfrastruktur entlang der Küste unerlässlich ist, um Emissionen im Normalbetrieb zu vermeiden.
„Es ist möglich, in den Häfen schnell genug zu laden und Batterien groß genug zu dimensionieren, um die gesamte Strecke Bergen–Kirkenes emissionsfrei zu befahren. Allerdings erfordert dies den Zugang zu Strom in ausgewählten Häfen, und die Ladeinfrastruktur ist die größte Herausforderung, um ein solches Schiff tatsächlich in Betrieb zu nehmen“
- Hurtigruten-COO Gerry Larsson-Fedde.
Das Sea Zero-Schiff wurde von Vard Design in Ålesund entworfen. Die neuesten Illustrationen sind die vierte Version des Designs und zeigen, wie es sich im Laufe des Forschungs- und Entwicklungsprozesses entwickelt hat.
Das Schiff wird 143,5 Meter lang sein und etwa 500 Betten bieten. Es wird fünf Meter länger sein als MS Finnmarken, derzeit das längste Schiff in der Hurtigruten-Flotte.

Sea Zero – Fakten
Ziel: Bau des weltweit energieeffizientesten Schiffes.
Nutzt gegenläufige Propeller von Brunvoll für den Antrieb, mit Pods für das Manövrieren. Durch den Einsatz zweier gegenläufig rotierender Propeller benötigt das Schiff weniger Energie für die Fortbewegung.
Ausgestattet mit zwei großen Segeln, die mit Solarpaneelen versehen sind. Die Segel können je nach Bedarf gehisst oder gesenkt werden, beispielsweise beim Passieren von Brücken.
Verfügt über ein Luftschmiersystem, bei dem kleine Luftblasen unter den Rumpf gepumpt werden, um den Wasserwiderstand zu verringern.
Beinhaltet energieeffiziente Heiz- und Kühlsysteme.
Nutzt intelligente Kabinen zur besseren Überwachung und Steuerung des Energieverbrauchs.
Berechnungen zeigen ein Einsparpotenzial von 40–50 % gegenüber heutigen Schiffen.
Geplant mit einer Batteriekapazität von 73 MWh. Die Batterien bieten ausreichend Reichweite, um in ausgewählten Häfen entlang der Route aufgeladen zu werden, wobei die konkreten Häfen noch nicht festgelegt sind.
Sea Zero ist ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt, bei dem Hurtigruten mit Partnern wie SINTEF, Cavotec SA, Vard Design, DNV, Brunvoll, Plug, Corvus Energy, Teknotherm, Sustainable Energy Catapult, Jotun, der norwegischen Seeschifffahrtsdirektion, Norwegian Ports und dem Hafen Bergen zusammenarbeitet.