Die Tierwelt Mittelamerikas und der Karibik

Das warme Klima der Region sorgt für einen herrlichen Lebensraum für viele Wildtiere. In Tieflandregenwäldern, an einsamen Stränden, in Mangrovensümpfen und an Wasserfällen herrscht emsiges Treiben.

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Angesichts der paradiesischen Kulisse Mittelamerikas und der Karibik sei es Ihnen verziehen, wenn Sie ein wenig neidisch auf die farbenfrohe Tierwelt sind, die dort leben darf. Sie werden feststellen, dass die Tierwelt genauso charakteristisch und faszinierend ist, wie man es sich vorstellt, ob zwischen den Palmenblättern des Dschungels oder zwischen den Korallen des warmen, türkisfarbenen Wassers.

Langsam und stetig

Sechs von sieben bekannten Arten von Meeresschildkröten sind in dieser Region zu finden. Hervorragende Schnorchelmöglichkeiten, zum Beispiel innerhalb des berühmten Barriereriffs von Belize, bieten Ihnen die Gelegenheit, nach Echten und Unechten Karettschildkröten sowie nach Grünen Meeresschildkröten Ausschau zu halten. Mit etwas Glück können Sie sogar die legendäre Lederschildkröte in den UNESCO-geschützten Meeresgebieten von Bocas del Toro, einem wunderschönen Archipel vor der Küste Panamas, entdecken.

Gleicher Lebensraum, entgegengesetzte Gewohnheiten

Ein Höhepunkt einer optionalen Wanderung in den hiesigen Wäldern, wie etwa in der Region um Arenal in Costa Rica, gibt Ihnen die Möglichkeit, zwei äußerst unterschiedliche Tiere beobachten zu können – Affen und Faultiere. Sie werden die Brüllaffen hören, lange bevor Sie sie sehen, denn ihr Ruf ist nahezu fünf Kilometer weit zu hören. Sich durch die Bäume hangelnde Klammeraffen sind normalerweise auch in der Nähe, ebenso wie Kapuzineraffen mit ihrem markanten schwarzen Schopf.

Exzellente Kletterer

Das Geheimnis, warum der Klammeraffe perfekt für ein Leben im Blätterdach geeignet zu sein scheint, liegt in zwei Aspekten begründet. Der erste ist sein äußerst muskulöser Schwanz, der im Tierreich seinesgleichen sucht und der in der Lage ist, den gesamten Körper des Klammeraffen zu stützen. Die Unterseite, an der sich der Schwanz kräuselt, hat kein Fell und ähnelt einer Handfläche, die für zusätzlichen Halt sorgt. Der andere Faktor sind die langen schlanken Finger des Klammeraffen, mit denen er sicher um Zweige herumgreifen kann. Er besitzt übrigens keine Daumen, die hierbei im Weg wären.

Im Gegensatz zu ihren lauten, niemals ruhenden Nachbarn in den Baumkronen sind Faultiere eher ruhige und extrem langsame Zeitgenossen. Sie werden selbst sehen, wie sehr diese Tiere alles vermeiden, was auch nur ansatzweise anstrengend sein könnte. Sie hängen kopfüber in den großblättrigen Bäumen, beschäftigt mit Fressen oder Schlafen.

Langsam, aber stark

Faultiere besitzen die niedrigste Stoffwechselrate aller Säugetiere und sie brauchen einen ganzen Monat, um ein einzelnes Blatt zu verdauen, während dieses einen permanent vollen Magen mit vier Kammern passiert. Aber ihre Ausdauer, ihr Greifvermögen und ihre Kraft lassen jeden Kletterer vor Neid erblassen. Von Geburt an können sie an nur einem Arm hängend ihr ganzes Körpergewicht tragen. Selbst mit 30 Prozent weniger Muskelmasse als bei Tieren vergleichbarer Größe sind sie immer noch dreimal stärker als ein durchschnittlicher Mensch!

Exotische Vögel

In Mittelamerika und der Karibik lebt eine große Vielfalt an unterschiedlichen Vogelarten, darunter auch viele seltene Spezies. Wenn Sie mit uns im Rahmen eines optionalen Ausflugs die Maya-Ruinen von Altun Ha in Belize erkunden, werden Sie mit etwa 200 Vogelarten belohnt, die Sie hier beobachten können. Ein Vogelbeobachtungsturm ermöglicht einen ungestörten Blick auf den geschützten Rotfußtölpel in Half Moon Caye am Lighthouse Reef. Beim Wandern in Costa Rica können Sie Fischertukane, Rotstirnamazonen und prächtige Tiere der Gattung Quetzal sehen.

Das wichtigste Werkzeug des Tukan

Der Schnabel eines Tukans macht normalerweise ein Drittel seiner gesamten Körpergröße aus. Der Schnabel besteht aus Keratin – dem gleichen Protein, aus dem auch Haare und Nägel bestehen – und besitzt innen eine hohle Wabenstruktur, die ihn sehr leicht macht. Er ist auch mit einer gezackten Kante ausgestattet und damit perfekt geeignet, um Früchte mit einer erstaunlichen Präzision zu schälen. Tukane regulieren den Blutfluss zu ihrem Schnabel, um ihre Körpertemperatur zu steuern, und sind sogar dafür bekannt, dass sie ihre Schnäbel beim Schlafen nutzen, um das Gleichgewicht zu halten.

Ein Meer voller Farben

In den kristallklaren Gewässern der Karibik wimmelt es von Korallenriffen mit einer bemerkenswerten Vielfalt an Meereslebewesen. Hier leben über 700 Fischarten, vom anmutigen Skalar bis zum großen Mantarochen. Stellen Sie sich vor, Sie schnorcheln in den flachen Gewässern der Isla de Providencia vor der Küste Kolumbiens und beobachten Schildkröten, Tintenfische und ganze Seesternformationen zwischen den Korallen. Ein wahrer Augenschmaus.

Giganten des Meeres

Ein Höhepunkt jeder Expedition ist es, zu sehen, wie ganze Walschulen auf Ihrer Nahrungssuche vorbeikommen und manchmal mit akrobatischen Saltos die Wasseroberfläche durchbrechen. Von Juli bis Mitte November ziehen Buckelwale von der antarktischen Halbinsel bis hierher, um in den warmen Gewässern Costa Ricas ihre Jungen zu bekommen. Die Felsformation an der Spitze von Cabo San Lucas, wo der Golf von Kalifornien in den Pazifik mündet, bieten eine malerische Umgebung, um im Rahmen eines optionalen Ausflugs Buckelwale zu beobachten.

Verspielte Delfine

Sie können gewöhnliche Delfine mit ihrem charakteristischen stromlinienförmigen Körper leicht erkennen, während Sie von Deck aus das Meer absuchen. Sie werden sie wahrscheinlich ebenso wie die größeren Tümmler am Bug des Schiffes entdecken. Ein optionaler Bootsausflug in den wunderschönen Huatulco-Nationalpark in Mexiko gibt Ihnen darüber hinaus die Möglichkeit, diese verspielten Geschöpfe in ihrem natürlichen Lebensraum zu erleben.

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