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Antarktis: Fakt oder Mythos?

Antarktis: Stimmt's oder nicht? Fünf Mythen über den eisigen Kontinent So abgeschieden und isoliert, wie die Antarktis nun mal ist, ist es nicht verwunderlich, dass viele Irrtümer über das Leben am Südpol kursieren.

Lesedauer 4 Minuten


Einige dieser Mythen, die sich hartnäckig um die Antarktis halten, rühren daher, dass uns unser „gesunder Menschenverstand“ manchmal aufs Glatteis führt. Andere wiederum gehen eindeutig auf falsche Darstellungen in den Medien zurück. Sie interessieren sich für eine Reise in die Antarktis? Dann sollten wir uns einmal anschauen, was Fakten und was Mythen sind. Wir decken fünf Mythen über die Antarktis auf:

Mythos Nummer 1: Die Antarktis ist eine Tundra.

Viele glauben, „Tundra“ sei ein Oberbegriff für sämtliche Gebiete, in denen das ganze Jahr über Temperaturen unter dem Gefrierpunkt herrschen. Doch das stimmt nicht. Eine „Tundra“, das sind weitläufige flache Vegetationszonen in der nördlichen Hemisphäre. Hier gibt es keine Bäume und der Boden ist dauerhaft gefroren. Diese Definition trifft auf die Antarktis offensichtlich nicht zu, denn viel „südlicher“ als am Südpol geht es ja nicht.

Bei der Antarktis handelt es sich tatsächlich um eine Wüste – und zwar die größte Wüste der Welt. Obwohl man sich Wüsten ja als eher heiße Gebiete voller Sand vorstellt, ist bei dieser Art von Biom die Trockenheit das eigentliche Hauptmerkmal. Innerhalb eines Jahres wird auf dem Kontinent durchschnittlich weniger als 5 cm Niederschlag gemessen. Damit ist es hier sogar trockener als in der Sahara.

Mythos Nummer 2: Eisbären fressen Pinguine.

Diesen Irrglauben haben wir einem bestimmten Softdrinkhersteller zu verdanken. Doch in Wirklichkeit laufen sich Eisbären und Pinguine in freier Wildbahn niemals über den Weg – sie leben nämlich auf entgegengesetzten Seiten des Planeten. Während Eisbären nur in der nördlichen Hemisphäre zu finden sind, leben Pinguine ausschließlich in der südlichen.

Das heißt natürlich nicht, dass Pinguine keinerlei Raubtiere zu fürchten haben – Robben, Seelöwen und Wale sagen allesamt nicht Nein zu einem Happen Pinguin, wenn sie denn die Gelegenheit dazu haben.

Mythos Nummer 3: Die Antarktis ist riesig.

Schaut man auf die Weltkarte, erscheint die Antarktis unglaublich groß. Doch der Eindruck täuscht: Bei der Kartenerstellung entsteht dieser Effekt nämlich immer dann, wenn versucht wird, ein rundes Objekt auf einer flachen Oberfläche darzustellen. Dabei gibt es verschiedene Herangehensweisen. Die am häufigsten verwendete Methode ist wohl die Mercator-Projektion. Dabei kommt es zu einer Verzerrung der Größenverhältnisse vieler Kontinente, die vielleicht bei keinem Kontinent so dramatisch ist wie im Fall der Antarktis. Auf einer Mercator-Karte wirkt der eisige Kontinent daher deutlich größer als alle anderen Kontinente.

Doch dieses Problem tritt nicht nur bei der Mercator-Projektion auf. Wenn Sie nicht gerade eine Karte der Antarktis selbst vor sich liegen haben, wird die Antarktis auf jeder Karte, auf der die runde Form des Kontinents flach dargestellt wird, unweigerlich ziemlich groß erscheinen. Tatsache ist: Die Antarktis ist der drittkleinste Kontinent nach Australien und Europa.

Mythos Nummer 4: Pinguine sind die einzigen Vögel der Antarktis.

Weil Pinguine so putzige und auch beliebte Tiere sind, glauben viele, dass diese flugunfähigen Seevögel die einzigen gefiederten Lebewesen sind, die in der Nähe des Südpols leben. Tatsächlich beheimatet die Antarktis aber auch eine Reihe von Möwen und Sturmvögeln. Neben den Pinguinen ist der Albatros der bekannteste Vogel der Antarktis.

Es gibt zahlreiche Mythen und Legenden zum Albatros, wie zum Beispiel in der Ballade von Samuel Taylor Coleridge „The Rime of the Ancient Mariner“ (Ballade vom alten Seemann). Für Abergläubische ist der Anblick der Vogels ein Zeichen für Glück – einen Albatros zu töten soll hingegen großes Pech bringen. Das könnte der Klappentext von „The Rime of the Ancient Mariner“ sein: In der Ballade tötet der Erzähler einen Albatros und führt so den Untergang des gesamten Schiffs herbei. In Wirklichkeit sind Albatrosse natürlich weder Glücksboten noch Pechvögel – sie sind schlicht große, in der Antarktis lebende Vögel.

„God save thee, ancient Mariner!  From the fiends, that plague thee thus!—  Why look'st thou so?“—With my cross-bow  I shot the ALBATROSS.  [»Gott schütze dich, alter Seemann!  Vor der Geister plagendem Troß! –   Du schaust ohne Lust!« – Mit meiner Armbrust  erschoß ich den ALBATROS. (übersetzt von Dietrich Feldhausen)]

Hier können Sie die gesamte Ballade lesen.

Mythos Nummer 5: In der Antarktis leben keine Menschen.

Dies könnte, je nachdem, was man unter „Leben“ versteht, entweder wahr oder falsch sein. Einerseits hat es in der Antarktis nie eine einheimische Bevölkerung gegeben. Auch gibt es auf dem Kontinent keine richtigen Städte oder Ortschaften. Es stimmt daher also, dass hier niemand auf Dauer lebt.

Es gibt jedoch durchaus Menschen, die eine gewisse Zeit lang in der Antarktis leben bzw. gelebt haben. So verbringen viele Wissenschaftler und Forscher, die sich beispielsweise mit dem Klimawandel, mit Astronomie oder mit Geografie beschäftigen, mehrere Monate bis über ein Jahr auf dem südlichsten Kontinent der Erde. Diese länger angelegten Forschungsaufenthalte eignen sich hervorragend, um Daten zu erheben.

Und natürlich kann man auch sagen, dass Touristen, die in die Antarktis reisen, für eine – wenn auch nur sehr kurze – Zeit auf dem Kontinent leben. Bei einer Seereise mit Hurtigruten Expeditions können dies beispielsweise einige Tage bis zu einer ganzen Woche sein.

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Penguins perched on the ice of Cuverville Island, Antarctica. Credit: Espen Mills / HX Hurtigruten Expeditions

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